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Plädoyer für das Mittagsschläfchen

Der renommierte Schlafforscher Jürgen Zulley sprach über die Bedeutung eines erholsamen Schlafes für Gesundheit und Wohlbefinden.
 
Prof. Jürgen Zulley hielt in einem Arnstädter Möbelhaus einen sehr interessanten Vortrag zum Thema Schlaf in unserer Leistungsgesellschaft. Foto: Antje Köhler
Prof. Jürgen Zulley hielt in einem Arnstädter Möbelhaus einen sehr interessanten Vortrag zum Thema Schlaf in unserer Leistungsgesellschaft. Foto: Antje Köhler Im März 2009 war Jürgen Zulley schon einmal im Möbelhaus Kieppe zu Gast, um überaus kurzweilig über neue Erkenntnisse aus der Schlafforschung zu sprechen und Tipps zu geben, was man bei Schlafproblemen tun kann, unter denen Millionen Menschen in Deutschland leiden.

 

Für Montagabend hatte Geschäftsführer Klaus Kippe erneut den renommierten Schlafforscher und Chronobiologe von der Universität Regensburg eingeladen, und wieder füllten interessierte Kunden die Bettenabteilung. Wie im Fluge vergingen 90 Minuten zum Thema "Schlaf in unserer Leistungsgesellschaft". Dabei machte der Referent deutlich, dass es nicht nur ärgerlich ist, wenn man schlecht schläft, sondern dass dies auch erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

 

Er räumte auch mit dem Irrtum auf, Schlafen sei Nichtstun. Schließlich verbrauche das Gehirn im Schlaf so viel Energie wie im Wachzustand. "Da wird gearbeitet", so der 67-Jährige, der inzwischen Ruheständler ist, aber weiter Vorlesungen hält und Bücher schreibt. Er berichtete aus eigenem Erleben unter anderem vor Forschungen zum Schlafrhythmus, für die sich Freiwillige komplett abgeschirmt von der Außenwelt und natürlich ohne Uhr in unterirische Räume begaben.

 

Der "normale" Deutsche schläft übrigens von 23.04 bis 6.18 Uhr. Wobei die Schlafdauer von Mensch zu Mensch variiert. Wichtig ist, wie fit man über der nächsten Tag kommt. Vielen Menschen könnte auch ein kurzer Mittagsschlaf von 10 bis 30 Minuten helfen, wieder ihr Leistungshoch zu erreichen. Leider wurde er durch die Industrialisierung verdrängt, bedauert der Schlafforscher. Er zeigte auch Gefahren auf, die durch Schicht- und insbesondere Nachtarbeit entstehen. Nur junge, gesunde Leute sollten sich dem begrenzt für einige Jahre aussetzen. Die Firmen könnten dabei mit intelligenten Schichtlösungen viel für ihre Mitarbeiter tun.

 

In einer anschließenden Fragerunde ging es unter anderem um die optimale Temperatur im Schlafzimmer, um Tipps gegen den Jetlag und Alkohol als Schlafmittel. Davon riet Zulley nicht nur im Interesse der Leber ab. Alkohol wirkt zwar einschlaffördernd, aber der Schlaf ist längst nicht so erholsam.

Thüringer Allgemeine:
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